AJAY KUBAVAT / Khushbu Rathod
Das Erreichen eines zuverlässigen kieferorthopädischen Bracketverbundes in Gegenwart von Speichelkontamination ist nach wie vor eine große klinische Herausforderung. In dieser systematischen Übersichtsarbeit werden die Auswirkungen einer Speichelkontamination auf die Leistung herkömmlicher Primer, selbstätzender Primer (SEP) und feuchtigkeitsunempfindlicher Primer (MIP), die beim kieferorthopädischen Kleben verwendet werden, bewertet. Bei einer umfassenden Suche in elektronischen Datenbanken wurden klinische und Laborstudien identifiziert, die zwischen 2002 und 2024 veröffentlicht wurden und in denen die Haftfestigkeit, die Versagensrate von Brackets, die Feuchtigkeitstoleranz, der Erhalt des Zahnschmelzes und zusätzliche antibakterielle oder remineralisierende Eigenschaften untersucht wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass herkömmliche Etch-and-Rinse-Primer unter idealen Trockenbedingungen zwar eine hohe Haftfestigkeit aufweisen, ihre Leistung jedoch durch Speichelkontamination beeinträchtigt wird. Im Gegensatz dazu zeigen SEPs und MIPs eine größere Toleranz gegenüber Feuchtigkeit, mit vergleichbaren klinischen Bracket-Überlebensraten und einer geringeren Empfindlichkeit gegenüber der Technik. Neue Primer-Modifikationen, die antibakterielle Wirkstoffe und remineralisierende Komponenten enthalten, zeigen vielversprechende schmelzschützende Vorteile, ohne die Haftfestigkeit zu beeinträchtigen.